10. Lasse-Marc Riek - Rheinstrom (radio edit 01)

Lasse-Marc Riek

Bild: Thomas Siefert

Lasse-Marc Riek, geboren 1975 in Bad Segeberg, arbeitet als Klangkünstler in den Bereichen akustische Ökologie, Bioakustik und Soundscape-Komposition. Ausstellungen, Konzerte, Preise, Lehraufträge, Kurationen, Hörfunkproduktionen und Vorträge auf internationaler Ebene.

lasse-marc-riek.de


Über Rheinstrom:
SprecherInnen: Frau Blum, Herr Kleis, Herr Schlager
Ursendung: Rheinstrom (16 Min. Fassung auf 31.12.2012, DeutschlandRadio Kultur)

Der Rhein und seine Umgebung standen und stehen als ganzheitliche Komposition zur Verfügung.

Im Laufe der vergangenen 3 Jahre hielten Thomas Siefert und Lasse-Marc Riek das Geräusch des Rheins an unterschiedlichen Orten und Jahreszeiten akustisch und visuell fest. Jede Landschaft bringt einen Ton hervor, ob ¨ber oder unter Wasser. Der Rhein klingt nicht nur nach Wasser, welches fließt und steht, der Rhein klingt nach Tier und Mensch, welche am Fluss leben und arbeiten, sich bewegen und ruhen. Neben dem Klang der Gegenwart wurde auch nach dem Klang der Vergangenheit gesucht: Ein Zurückhören in etwas, was geblieben ist; ein Vorhören in das, was da kommt.

Aus diesem Zusammenhang ergab sich die Auseinandersetzung mit dem Raumklang und Klangwesen des Rheines. Lasse-Marc Rieks formeller Zugang zu den Klanglandschaften sieht vor, sich als Künstler hinter die Aufnahme zustellen. Im Vordergrund seiner künstlerischen Praxis steht die unbearbeitete Klangaufnahme einer bestimmten Situation.

Grundsätzlich ist das aufgenommene Rohmaterial gleichzeitig das fertige Werk des Künstlers. Der Schwerpunkt der Arbeit von Lasse-Marc Riek verlagert sich somit ins zurückgezogene Konzeptionelle. Es geht unter anderem um die Fragen, was wie aufgezeichnet und wie den Zuhörern präsentiert wird. So kZönnen auditive Eigenschaften von unterschiedlichen Orten, die normalerweise ¨berhört werden, durch Kontrastierung der Tonaufnahmen überhaupt erst erfahrbar gemacht werden. Das technische Equipment erlaubt es, Töne aufzunehmen, die mit dem menschlichen Gehör nicht wahrgenommen werden können. So wird mittels Ultraschallsensoren, Unterwasser- und Richtmikrophonen ein Höreindruck vermittelt, mit welchem der Mensch nicht nur auf seine hörbare Umwelt aufmerksam gemacht wird, sondern auch auf das Nichtgehörte. Vielmehr ermöglicht ihm erst dieses Hilfsmittel bisher Ungehörtes hörbar zu machen und seine Umwelt von einer unbekannten Seite näher kennenzulernen.

In diesem Falle dem Wesen eines ca. 1.233 km langen Flusses in Deutschland.


Über Phonophon: Rückblickend und -hörend auf 5 Jahre Veranstaltungen um die "Kunst der Klänge" und der zahlreichen Veranstaltungen im Rahmen von Phonophon, freue ich mich als Gründungsmitglied und Mitinitiator, aber auch als Kü,nstler, da ich hören und sehen kann, wie die Szene durch ihre Beteiligung und Aktivität den Klangraum "Phonophon" im Frankfurter Raum etabliert hat. Weiter so!